Page 34 - Kundenzeitung
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Schülerfirmen
SCHÜLER IN FIRMEN
ls Kunde braucht man schon viel Geduld, um einen
Termin zur Auto-Reinigung zu bekommen.
ASeit 18 Jahren gibt es sie schon, die Schülerfirma
„Putzteufel“. Das Angebot hat sich herumgesprochen,
aber die Firma hat nur einen Tag in der Woche geöffnet
und so gibt es viel mehr Nachfrage als Angebot. Jürgen
Nottroff hatte 2005 die Idee zu dieser Schülerfirma der
Maria-Martha-Schule.
„
Mit „Caféklatsch – Kultur mit Milch und Zucker“ und
„Kunstgewerbe“ sind es mittlerweile drei Schülerfirmen,
die Schülern Erfahrungen und Kenntnisse vermitteln, die
sie auf die Arbeitswelt vorbereiten. Wie in einem „richti-
gen“ Betrieb gibt es Arbeitsverträge, die Buchhaltung kon-
trolliert, Ideen werden entwickelt, Produktion und Dienst-
leistungen geplant, es wird kalkuliert und verkauft. Damit
Kunden gut bedient werden und die Produkte qualitativ
bestehen können, lernen die Schüler alle Arbeitsschritte,
Zeitmanagement und Qualitätskontrolle. Sogar ein Beloh-
Nicht für die Schule
lernen wir.
nungssystem zur Aufbesserung des Taschengeldes spornt
zusätzlich an. Das Ganze funktioniert nur mit dem Einsatz
und – hier passt der Ausdruck besonders gut – mit der
Leidenschaft der Lehrer und Pädagogen.
Für einige von ihnen sind die Schülerfirmen trotz des
damit verbundenen Stresses ein wichtiger Grund für be-
sondere Berufszufriedenheit. In den vergangenen Jahren
konnten viele Schüler in den Firmen Erfahrungen sam-
meln und sich ausprobieren. Es wäre interessant, bei ih-
nen nachzufragen, ob und wie sie sich daran erinnern.
Im Oktober 2023 trafen sich in Rastenberg einige der 60
Schülerfirmen aus Thüringen zum Erfahrungsaustausch.
Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung organisierte den
Tag. Alle Besucher und Teilnehmer waren sich einig: So
macht Schule Sinn! Der alte Spruch: „Nicht für die Schule
lernen wir...“ stimmt in diesem Fall genau.
34 Tintenfisch Winter 2023

