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Artern, August 2025 – Lebenslanges Lernen eröffnet neue Wege – auch für Menschen mit Beeinträchtigung. Florian Hartwig, Beschäftigter aus dem Geschäftsbereich „Arbeitswelten und berufliche Bildung“ des Unternehmensverbunds Stiftung Finneck, hat einen mutigen Schritt gemacht: Er nimmt an einem Zertifikatslehrgang zum „Assistenten im Seniorenheim“ teil – direkt vor Ort in der Tagespflegeeinrichtung „Meine Tagespflege“ in Artern. Möglich macht das das innovative bundesweite Bildungsprogramm „netZ Lernwelten“. Zuvor war Florian Teil des Berufsbildungsbereichs der Stiftung Finneck – einem Angebot, das Menschen mit Beeinträchtigung auf ihren beruflichen Einstieg vorbereitet und ihnen erste praktische Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeitsfeldern ermöglicht.
„Das Projekt hat mich sofort interessiert – vor allem, weil ich gern mit Menschen mit Beeinträchtigung arbeiten möchte“, sagt Florian Hartwig. „Besonders viel Spaß macht mir die Beschäftigung mit den Gästen und die Herausforderung, ihnen zu zeigen, wie viel Freude solche Momente machen können.“
Das bundesweite Bildungsprogramm netZ Lernwelten wurde Anfang 2025 in der Stiftung Finneck eingeführt und eröffnet Menschen mit Unterstützungsbedarf neue berufliche Chancen – mit digitalen, modular aufgebauten Lerninhalten in leichter Sprache und einem anerkannten Abschluss am Ende.
„Es war uns schon seit längerem ein Anliegen, unsere theoretische berufliche Bildung passgenauer und stärker an den Bedarfen des allgemeinen Arbeitsmarktes auszurichten“, erklärt Maria Schöbel, Sachgebietsleiterin im Berufsbildungsbereich.„Die netZ Lernwelten bieten genau das: praxisnahe, flexible und zielgruppenorientierte Lernangebote mit modernen Formaten, die sich gut in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Dass jetzt Teilnehmende wie Florian ihr Wissen direkt vor Ort anwenden, zeigt, wie wirksam und inklusiv das Programm ist. Das erfüllt mich mit Stolz.“
Die Rückmeldungen aus dem Kollegium seien durchweg positiv, so Maria Schöbel: „Viele Gruppenleiter*innen empfinden die Lernwelt als echte Bereicherung, weil sie direkt auf verständlich aufbereitete Inhalte zugreifen können – ohne zeitaufwendige Vorbereitung.“
Einmalig ist der praktische Teil des Lehrgangs, den Florian direkt in der Tagespflege absolviert. Dort erlebt er hautnah, was es heißt, Menschen im Alltag zu begleiten, zu unterstützen und wertvolle soziale Beziehungen aufzubauen.
„Florian ist mit so viel Herz und Begeisterung dabei. Seine offene, wertschätzende Art kommt bei unseren Gästen sehr gut an“, berichtet Janine Gebhardt, Leitung der Tagespflege. „Er ist gewissenhaft, kreativ, bringt eigene Ideen mit ein – und unterstützt sowohl in der Betreuung als auch in der Hauswirtschaft. Für unser Team ist er eine echte Bereicherung.“
Begleitet wird Florian in der Einrichtung von Mandy Hesse, die als Bezugsbetreuerin und Teil des Teams im Fachbereich Berufliche Integration eng mit ihm zusammenarbeitet. Sie unterstützt ihn dabei, die Lerninhalte im Alltag praxisnah zu erproben und sich Schritt für Schritt beruflich weiterzuentwickeln.
Die Koordination des Einsatzplatzes erfolgt über Susan Lochmann-West, Fachkraft im Fachbereich Berufliche Integration. Sie vermittelt individuelle Außenarbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung und stimmt Qualifizierungsangebote mit den Einrichtungen im Verbund ab:
„Die Tagespflege war sofort offen für unser Anliegen. Wir wollten einen Ort finden, der sowohl menschlich als auch fachlich gut zu Florian passt – und das ist uns gelungen. In diesem Fall konnten wir die Synergien unseres großen Unternehmensverbunds optimal nutzen. Durch die enge interne Zusammenarbeit zwischen Werkstatt, Fachbereich und Tagespflege schaffen wir kurze Wege und abgestimmte Prozesse – und genau davon profitiert Florian. Er kann sich innerhalb des Verbunds beruflich weiterentwickeln und vielleicht langfristig genau hier seinen Platz finden.“
Die Teilnahme am Zertifikatslehrgang wird durch das bundesweite Programm „netZ Lernwelten“ ermöglicht, das auf verständliche Lernmaterialien, eine modulare Struktur und IHK-anerkannte Abschlüsse setzt. Ziel ist es, Menschen mit Beeinträchtigungen systematisch in berufliche Aus- und Weiterbildungen einzubeziehen und langfristig für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren.
„Mein Wunsch ist es, die Ausbildung erfolgreich abzuschließen – und wenn es möglich ist, würde ich sehr gern in der Tagespflege bleiben“, sagt Florian.
Auch Maria Schöbel blickt zuversichtlich in die Zukunft: „Ich wünsche mir, dass sich die netZ Lernwelten bei uns dauerhaft etablieren – lebendig, zugänglich und stetig wachsend. Wir wollen noch mehr Beschäftigten die Chance geben, ihre Potenziale zu entdecken und sich mit Freude weiterzuentwickeln.“