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Vor rund einem Jahr begann Florian Hartwig seinen Zertifikatslehrgang zur „Assistenz im Seniorenheim“. Nun hat der 24-Jährige sein Ziel erreicht – und das mit einem herausragenden Ergebnis: Mit knapp 93 von 100 Punkten bestand er seine Abschlussprüfung mit der Note 1 und erzielte damit das beste Ergebnis unter den fünf Prüflingen seines Fachs.
Florian kommt aus dem Geschäftsbereich „Arbeitswelten und berufliche Bildung“ des Unternehmensverbunds Stiftung Finneck. Seit März 2025 sammelte er in der Tagespflege „Meine Tagespflege“ in Artern praktische Erfahrungen und bereitete sich dort auf seine neuen beruflichen Aufgaben vor. Den Lehrgang absolvierte er über das bundesweite Bildungsprogramm „netZ Lernwelten“, das Menschen mit Unterstützungsbedarf praxisnahe berufliche Qualifizierungen ermöglicht.
Mit seinem erfolgreichen Abschluss leistet Florian zugleich Pionierarbeit: Er ist der erste Teilnehmer in Thüringen, der diese Qualifizierung zur „Assistenz im Seniorenheim“ erfolgreich abgeschlossen hat.
Zur feierlichen Übergabe reiste Doreen Dietmann von netZ Lernwelten aus Bamberg persönlich nach Artern. Sie überreichte Florian das erste Zertifikat dieser Qualifizierung in Thüringen – ein besonderer Moment für ihn und zugleich ein wichtiger Meilenstein für die berufliche Bildung von Menschen mit Beeinträchtigung im Unternehmensverbund Stiftung Finneck.
Für Florian bedeutete der Lehrgang weit mehr als das Erlernen neuer fachlicher Inhalte. Er stellte sich ungewohnten Situationen, überwand seine Schüchternheit und ließ sich auch von seiner Prüfungsangst nicht aufhalten. „Ich hab’s durchgezogen bis zum letzten Tag“, sagt Florian rückblickend.
In der Abschlussprüfung vor den Bamberger Akademien für Gesundheits- und Pflegeberufe musste er sowohl ein Fachgespräch als auch eine praktische Aufgabe meistern. Dabei plante und gestaltete er eigenständig ein Betreuungsangebot für drei Personen. Mit seiner sehr guten Vorbereitung, seinem fachlichen Wissen und seinem sicheren Umgang mit den Menschen überzeugte er die Prüferinnen und Prüfer.
Florians beruflicher Weg begann im Geschäftsbereich „Arbeitswelten und berufliche Bildung“. Im Fachbereich Berufliche Bildung konnte er verschiedene Tätigkeitsfelder kennenlernen und herausfinden, wo seine persönlichen Stärken und Interessen liegen. Die individuelle berufliche Qualifizierung von Menschen mit Beeinträchtigung ist hier ein wichtiger Schwerpunkt, den Geschäftsbereichsleiter Mathias Aller und Fachbereichsleiterin Maria Schöbel gezielt voranbringen.
Eng damit verbunden ist die Arbeit des Fachbereichs Berufliche Integration. Susan Lochmann-West und Mandy Hesse begleiten Menschen mit Beeinträchtigung auf ihrem Weg an Außenarbeitsplätze, unterstützen ihre berufliche Entwicklung und schaffen gemeinsam mit den jeweiligen Einsatzstellen neue Perspektiven.
Während seines Lehrgangs wurde Florian insbesondere von Mandy Hesse sowie vom Team der Tagespflege um Pflegedienstleiterin Janine Gebhardt begleitet. Gemeinsam unterstützten sie ihn dabei, die theoretischen Lerninhalte in der Praxis anzuwenden, sein Wissen zu festigen und zunehmend selbstständig Verantwortung zu übernehmen.
Florians erfolgreicher Abschluss ist deshalb nicht nur ein großer persönlicher Erfolg. Er ist zugleich ein bedeutender Meilenstein für die berufliche Bildung und Integration im Unternehmensverbund. Sein Weg zeigt, welche Entwicklung möglich wird, wenn passende Qualifizierungsangebote, individuelle Begleitung und praktische Erfahrungen an einem geeigneten Arbeitsplatz ineinandergreifen.
Bereits Florians schulischer Weg begann in der Finneck-Förderschule in Rastenberg. Später wechselte er in den Berufsbildungsbereich und lernte unterschiedliche Arbeitsfelder kennen – unter anderem in einer Kindertagesstätte, im Textilservice und in einer Pflegeeinrichtung. Dabei stellte er fest, dass ihm besonders die Arbeit mit älteren Menschen Freude bereitet.
In der Arterner Tagespflege konnte Florian seine Fähigkeiten weiterentwickeln und im täglichen Kontakt mit den Gästen anwenden. Mit seiner freundlichen, offenen und aufmerksamen Art wurde er schnell zu einem geschätzten Teil des Teams.
Doch für Florian ist der erfolgreiche Abschluss kein Endpunkt. „Ich will mich weiterentwickeln“, sagt er. Als nächsten Schritt möchte er weitere Erfahrungen in einer Betreuungseinrichtung in Kloster Donndorf sammeln. Seine Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sind überzeugt, dass Florian auch diesen Weg mit der gleichen Entschlossenheit gehen wird. Sein bisheriger Erfolg macht deutlich, wie berufliche Teilhabe gelingen kann, wenn Menschen die Möglichkeit erhalten, ihre Potenziale zu entdecken, sich weiterzuentwickeln und neue Aufgaben zu übernehmen.