Page 26 - Kundenzeitung
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ERWACHSENWERDEN IST ECHT ANSTRENGEND




           WENN DAS JUGENDZIMMER IN KARTONS VERSCHWINDET












































                   enn das letzte Schuljahr ansteht, beginnt für  Franzi erinnert sich:
                   viele Jugendliche in der Stiftung Finneck eine
           Waufregende – aber auch fordernde – Zeit. Neben  „Oh, das war aufregend – viel Neues ist auf mich zuge-
           der  Frage  nach  dem  zukünftigen  Beruf  steht  für  viele  kommen. So richtig wusste ich manchmal nicht, wie es
           auch fest: Mit dem Schulabschluss endet zugleich das  weitergeht.  Mir hat  die Projektgruppe  ‚Junges  Wohnen‘
           Leben in der gewohnten Wohngruppe im Kinder- und Ju-  sehr geholfen. Wir haben da alles Stück für Stück bespro-
           gendbereich.                                         chen, was das Wohnen betrifft.“

           So war es auch bei Franzi und Claudia, die in der Ju-  Auch Claudia blickt auf ein intensives Jahr zurück:
           gendwohngruppe im Ahornweg in Rastenberg gelebt ha-
           ben. Diese Wohngruppe richtet sich an Jugendliche mit  „Erwachsenwerden ist echt anstrengend. Viele Sachen
           Beeinträchtigung und/oder Verhaltensauffälligkeiten, die  musste ich schon alleine machen. Nicole Barufke oder
           den Wunsch haben, ein möglichst unabhängiges Leben  Sarah Lusebrink waren immer dabei, aber reden musste
           zu führen. Hier werden sie gezielt auf ein Leben in mehr  ich selbst – egal wo wir waren. Das war echt spannend.
           Selbstständigkeit vorbereitet.                       Anderen zu erklären, was ich für meine Zukunft möchte.“

           Begleitet wurden Franzi und Claudia u.a. im Rahmen der  Eine wichtige Methode zur Unterstützung in dieser Phase
           PKL – personenzentrierten Komplexleistungen, einem in-  ist bei der  Stiftung Finneck  die Zukunftswerkstatt.  Ge-
           dividuellen Unterstützungsangebot der Eingliederungshil-  meinsam mit dem Bezugsbetreuer wird überlegt, welche
           fe. Die PKL-Bereiche in Buttstädt und Rastenberg werden  Wohnform passt – Einzelwohnen, Paarwohnen,  Wohn-
           von Nicole Barufke geleitet, die gemeinsam mit ihrem  gruppe, ambulantes Wohnen oder Wohnheim – und
           Team die Jugendlichen durch Krisen, Übergänge und Pla-  welche Standorte infrage kommen. Ausprobieren ist er-
           nungen begleitet – mit viel Geduld, Erfahrung und einem  wünscht: Kann ich allein aufstehen, zur Arbeit gehen, mit
           offenen Ohr für persönliche Ziele.                   Nachbarn umgehen, Hilfe holen?



           26  Tintenfisch  Sommer 2025
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