Page 27 - Kundenzeitung
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Für Schulabgänger aus dem Haus Miriam bietet sich zu-
      sätzlich das „Weiße Haus“ an – ein ehemaliges Verwal-
      tungsgebäude, das zu kleinen Übungswohnungen umge-
      baut wurde. Hier begleiten die vertrauten Mitarbeiter den
      Übergang in ein selbstbestimmteres Leben.


      Auch Claudia hat diesen Weg gewählt – mit Höhen und
      Tiefen.
      „Es war für mich sehr herausfordernd, wirklich zu sagen,
      was ich will. Ich habe immer das Gefühl, jemanden zu
      verletzen. Aber Nicole hat immer gesagt: ‚Ich will deine
      Meinung und deine Wünsche wissen, nicht was andere
      wollen.“

      Als sie den Wunsch äußerte, mit ihrem Freund Kevin zu-
      sammenzuziehen, war sie überrascht:
      „Alle standen hinter mir. Das hat mich übelst erstaunt.
      Ich bin ein bisschen selbstbewusster geworden und weiß,
      dass ich ernst genommen werde.“


      Auch Franzi blickt stolz auf einen großen Entwicklungs-
      schritt zurück:
      „Vor einem Jahr hätte ich nie gedacht, dass ich allein ein
      Fußballspiel bei Bayern München mit meiner Familie or-
      ganisiere. Aber mit Hilfe meiner PKL- Assistenten habe ich                                    Franzi & Claudi
      das geschafft. Das macht mich stolz.“

      Heute wohnen beide selbstständig – Claudia mit Kevin in
      Buttstädt, Franzi steht kurz vor dem Umzug in ihre eigene
      Wohnung.

      „Ich habe in den letzten zwei Jahren gelernt, Verantwor-
      tung zu übernehmen. Aufstehen, Medikamente nehmen,
      Einkaufen – das mache ich jetzt alles selbst“,  erzählt
      Franzi.

      Claudia ergänzt: „Ich lerne, wie ich einen eigenen Haus-
      halt führe und alles unter einen Hut bekomme, ohne mich
      zu überfordern. Es ist immer jemand da – das gibt Sicher-
      heit.“

      Ob sie rückblickend etwas anders machen würden?


      Franzi: „Ich wäre wahrscheinlich erst wieder ins Wohn-
      heim gegangen – einfach aus Sicherheit. Aber durch die
      Projektgruppe ‚Junges Wohnen‘ konnte ich mir dann doch
      vorstellen, allein zu wohnen.“

      Claudia: „Am liebsten wäre ich für immer im Ahornweg
      geblieben. Aber ich bin heute sehr stolz auf mich, dass
      ich den Schritt geschafft habe. Klar gibt es Höhen und
      Tiefen – aber die können wir mit Hilfe unserer Assistenten
      meistern.“






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