Page 23 - Kundenzeitung
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Teilhabe und Wohnen


      Drei Jahre Teilhabezentrum (THZ) „Miteinander“ in Buttstädt




      Wir wachsen miteinander.






                      Schritt für Schritt.











             enn man das Teilhabezentrum „Miteinander“ in  sind Teil des Festkomitees“, erzählt Yves stolz. „Da pla-
             Buttstädt betritt, spürt man sofort, dass hier et-  nen wir die Feiern mit, denken uns Spiele aus und helfen
      Wwas Besonderes entstanden ist. Wo vor drei Jah-     beim Aufbau. Jeder bringt eigene Ideen ein und die wer-
      ren noch Ideen und erste Pläne auf dem Tisch lagen, hat  den ernst genommen.“
      sich heute ein lebendiger Treffpunkt entwickelt – ein Ort,   Das THZ ist aber nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern
      an dem Menschen sich begegnen, ausprobieren, Verant-
      wortung übernehmen und gemeinsam wachsen.            auch ein Raum zum Wachsen. „Selbstständigkeit spielt
                                                           bei uns eine sehr große Rolle“, betont Mario Dönicke.
      Entstanden ist das THZ gemeinsam mit dem Bereich der  „Jeder bringt eigene Fähigkeiten, Stärken und auch Eigen-
      Personenzentrierten Komplexleistungen (PKL) in Buttstädt  heiten mit und wir geben Raum, das auszuprobieren und
      und Rastenberg. Viele der Klienten leben inzwischen in  weiterzuentwickeln. Wir unterstützen da, wo’s nötig ist,
      ihren eigenen Wohnungen und führen ein weitgehend  aber wir lassen auch bewusst los, wenn jemand etwas
      selbstständiges  Leben.  Doch  ein  gemeinschaftlicher  selbst schaffen kann.“
      Raum, ein Anlaufpunkt, an dem man sich treffen, austau-
      schen, lachen oder auch einfach Hilfe bekommen kann,   Das ist kein Zufall. „Wir arbeiten nicht für die Menschen,
      bleibt wichtig – und genau diesen Raum bietet das Teil-  sondern mit ihnen“, sagt Mario. „Wir lassen los, wenn
      habezentrum „Miteinander“.                           jemand etwas selbst kann und fangen auf, wenn’s mal
                                                           nicht klappt.“ Diese Haltung zieht sich durch den gesam-
      Koordiniert wird das Angebot von Mario Dönicke, der von  ten Alltag: fördern, begleiten, aber auch Freiraum lassen.
      Anfang an dabei war und den Aufbau des THZ entschei-  Viele der Klienten erzählen, dass sie im THZ Dinge gelernt
      dend mitgeprägt hat. „Also wenn ich so zurückschaue
      auf die letzten drei Jahre, dann hat sich echt richtig viel   haben, die sie vorher nie für möglich hielten. Michelle
      bewegt“, erzählt er. „Am Anfang waren wir ein kleines   berichtet, dass sie hier handwerkliche Tätigkeiten aus-
      Team mit ein paar Ideen – heute haben wir ein vielfältiges   probiert hat. Caro und Ulli ergänzen: „Wir haben viel ge-
                                                           lernt – auch Hauswirtschaft, Kochen, Putzen, Einkaufen.
      Angebot, bei dem jeder seinen Platz finden kann“, er-  Heute schaffen wir vieles allein, was früher nur mit Unter-
      zählt Mario Dönicke. „Wir haben viel Arbeit und Herzblut
      hineingesteckt und immer wieder neu ausprobiert, was   stützung ging.“
      wirklich zu uns und den Menschen hier passt. Das Schö-  Und wenn doch mal etwas nicht klappt, ist das Team da.
      ne ist: wir haben das gemeinsam geschafft. Jeder bringt  „Dann fragen wir die Betreuer“, sagt Caro. „Sie helfen
      eigene Stärken ein, wir unterstützen uns gegenseitig und  uns, bis es wieder geht. Aber sie machen’s nicht einfach
      genau das ist das ‚Miteinander‘. Wir wachsen nicht nur,  für uns – sie zeigen, wie’s geht.“
      wir wachsen miteinander – Schritt für Schritt.“      Das Teilhabezentrum ist längst mehr als ein Projekt. Es ist
      Dass dieses „Miteinander“ kein leeres Wort ist, merkt  zu einem festen Bestandteil des Alltags vieler Menschen
      man sofort, wenn man mit den Klienten spricht. „Es ist  geworden. Ob beim Schwimmkurs, bei Ausflügen oder auf
      immer jemand da“, sagt Caro, während sie gemeinsam  den regionalen Festen wie dem Kirschfest oder Pferde-
      mit Ulli und Yves den großen Gemeinschaftsraum für die  markt – die Klienten des THZ sind mittendrin statt nur
      nächste Feier vorbereitet. Yves ergänzt: „Wir sind eine  dabei. So zeigt das „Miteinander“, was Teilhabe wirklich
      Gemeinschaft – eigentlich wie eine zweite Familie.“ Und  bedeutet: nicht nur dabei sein, sondern gestalten, mitre-
      genau das spürt man. Viele übernehmen kleine Aufga-  den, Verantwortung übernehmen. Und genau das macht
      ben, helfen beim Umräumen oder beim Dekorieren. „Wir  diesen Ort so besonders.


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