Page 28 - Kundenzeitung
P. 28

Stiftung Finneck und Kräutermühle Kölleda feiern über 20 Jahre erfolgreiche Kooperation
           WENN AUS ZUSAMMENARBEIT EINE



           PARTNERSCHAFT WÄCHST







                  as im Januar 2005 mit einem kleinen Auftrag be-  entsteht in Kürze ein neuer Förderbereich und die Zweig-
                  gann, ist heute eine starke Partnerschaft: seit mehr   werkstatt Sömmerda findet ein neues passgenaues Objekt.
           Wals 20 Jahren arbeiten die Stiftung Finneck und die   Die modernen Hallen bieten aber auch Platz für neue Ko-
           Kräutermühle  Kölleda  eng  zusammen.  Damals  füllten  die   operationen – so entschied sich die Kräutermühle, in freien
           Werkstätten der Stiftung erstmals Gewürzgläser für die Kräu-  Hallenteilen ein Pufferlager für Kräuter und Gewürze einzu-
           termühle und deren Kunden ab – ein Projekt, das sich bis   richten  und  zusätzliche  Dienstleistungen  durch  die  Werk-
           heute stetig weiterentwickelt hat.                   stätten übernehmen zu lassen.
           Damit Bio-Gewürze überhaupt abgefüllt werden dürfen, ist   Seit  einigen  Monaten  übernehmen  Beschäftigte  der  Stif-
           eine jährliche Ökozertifizierung notwendig. Dieses Gütesie-  tung Finneck das Entladen, Prüfen, Einlagern und Kommis-
           gel bestätigt, dass die Produkte unter besten hygienischen   sionieren von Kräutern aus aller Welt. „Am Anfang braucht
           Bedingungen verarbeitet werden.                      es immer etwas Zeit, bis neue Abläufe gut funktionieren“,
           „Von Anfang  an  mussten  die  Räume, Geräte  und Abläufe   sagt Werkstattleiter Deubler. „Aber die Beschäftigten lernen
           stimmen“, erklärt Mandy Kleinod, langjährige Gruppenleite-  schnell und wir entwickeln die Prozesse gemeinsam wei-
           rin in der Rehawerkstatt. Dazu gehören Hygieneschleusen,   ter. Dazu gehört natürlich auch Grenzen auszuloten und zu
           Edelstahltische,  genaue  Waagen,  Schutzkleidung  und  eine   kommunizieren.“
           sorgfältige Dokumentation der Arbeit. Gemeinsam mit ihrem   Da sich die Arbeitswelten der Stiftung zunehmend auf das
           Kollegen Christian Pennewiß und ihrem Team sorgt sie da-  sogenannte Fulfillment-Geschäft – also das Verpacken, La-
           für, dass alle Vorschriften eingehalten werden.      gern und Versenden von Waren – spezialisieren, wurde die
           Auch auf Seiten der Kräutermühle wird die Zusammenarbeit   Zusammenarbeit noch erweitert. In der Rehawerkstatt wer-
           sehr geschätzt. Heiko Werner, einer der drei Geschäftsfüh-  den  inzwischen  Bio-Gewürze  in  Großpackungen  verpackt
           rer, lobt die langjährige Partnerschaft:             und international an Firmen und Endkunden verschickt.
           „Wir arbeiten seit vielen Jahren hervorragend mit der Reha-  Von der Partnerschaft profitieren beide Seiten:
           werkstatt zusammen. Natürlich läuft nicht immer alles per-  • Die  Kräutermühle  Kölleda  stärkt  die  regionale  Wirt-
           fekt, aber wir haben gelernt, die Stärken der Menschen in   schaft, agiert nachhaltig durch weggefallene Transport-
           den Werkstätten zu erkennen und zu nutzen.“            wege und leistet einen wichtigen sozialen Beitrag.
           Diese Wertschätzung gründet auf persönlichen Erfahrungen.   • Die  Stiftung  Finneck  eröffnet  Menschen  mit  Behinde-
           So hat der Garten- und Landschaftsbau der Werkstatt Ras-  rung neue Lern-, Arbeits- und Entwicklungsmöglichkei-
           tenberg auf Werners Privatgrundstück einen neuen Garten-  ten – sei es im geschützten Rahmen oder als Sprung-
           teich  angelegt  und  die  Außenanlage  umgestaltet.  „Dabei   brett in den allgemeinen Arbeitsmarkt.
           habe ich gesehen, wie unterschiedlich die Menschen sind
           –  und  wie  jeder  auf  seine  Weise  einen  wichtigen  Beitrag   „Unser Ziel ist es, den Bereich Arbeitswelten und berufliche
           leistet“, erzählt er.                                Bildung weiter zu öffnen und anschlussfähige Konzepte zu
                                                                entwickeln“, betont Mathias Aller. „Wir wollen neue Arbeits-
           Im  Zuge  der  Weiterentwicklung  der  Arbeitsbereiche  trafen   und Bildungsfelder erschließen, inklusive Betriebe schaffen
           sich Werkstattleiter Christoph Deubler und Geschäftsbereichs-  und  so  mehr  Menschen  den  Zugang  zum  ersten  Arbeits-
           leiter Mathias Aller mit Heiko Werner, um über neue Projekte
           zu sprechen – etwa die Entwicklung einer eigenen Gewürz-  markt ermöglichen.“
           marke. Beim Besuch in der Kräutermühle tauschten sie sich   Was es dafür braucht, fasst Aller in einem Satz zusammen:
           über Herausforderungen, Ideen und Zukunftschancen aus.  „Gute Beziehungen, gegenseitiges Verständnis und die Be-
           Kurz darauf besuchten die Geschäftsführer der Kräutermüh-  reitschaft, Herausforderungen gemeinsam zu lösen – das ist
           le die Werkstattstandorte sowie die neuen Hallen der BDZ   der Schlüssel für nachhaltige Zusammenarbeit.“
           gGmbH, einer Tochtergesellschaft der Stiftung Finneck. Dort









           28  Tintenfisch  Winter 2025
   23   24   25   26   27   28   29   30   31   32   33