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Fachbereich Dienstleistungen
HERZLICH VERTRETEN.
WIE ZWEI KOLLEGINNEN DIE KRANKENVERTRETUNG FÜR
EINEN SCHÜLER MIT HERZ UND HINGABE MEISTERTEN.
ls Schulbegleiterin steht man täglich vor der Her-
ausforderung, flexibel und mit viel Einfühlungsver-
Amögen auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugend-
lichen einzugehen, die man unterstützt. Doch manchmal
gibt es auch Situationen, die schwer planbar sind – wie
die Übernahme einer Krankenvertretung für meine Kolle-
gin, Sabine Klehm, die für einige Wochen ausfiel. Für mich
war es eine besondere Herausforderung, da ich als relativ
neue Mitarbeiterin in so eine Vertretung starten musste.
Die Situation kam für mich unerwartet, aber Sabine hatte
vorgesorgt, indem sie mich bereits einige Tage vor ihrem
Ausfall in den Alltag des Schülers mitnahm. Wir konnten
im Vorfeld den Schüler gemeinsam einige Tage begleiten,
was mir ermöglichte, mich mit seiner schulischen Um-
gebung und ihm selbst vertraut zu machen. Natürlich
konnte in dieser kurzen Zeit nicht alles besprochen wer-
den, aber Sabine hatte für mich eine sehr detaillierte und
einfühlsame Übergabe vorbereitet. Diese gab mir einen
wertvollen Überblick und erleichterte mir den Einstieg Herzensangelegenheit verstand. Das machte den Über-
erheblich. gang für mich leichter, denn ich konnte mich auf diese
In der Übergabe ging es nicht nur um die schulischen wertvollen Informationen stützen, um ihm ein ähnlich
Aufgaben des Kindes, sondern vor allem um seine be- stabiles Umfeld zu bieten.
sonderen Bedürfnisse, Gewohnheiten und die kleinen Natürlich gab es auch in dieser Vertretung neue und un-
Rituale, die ihm in seinem Alltag Halt gaben. Es war deut- erwartete Situationen. Anfangs gab es Missverständnisse,
lich, wie gut Sabine den Jungen kannte und welche enge vor allem, weil ich noch nicht alle feinen Nuancen im Ver-
Beziehung zwischen ihnen gewachsen war. Sie hatte sich halten des Schülers kannte. Doch die gute Kommunikation
nicht nur als Schulbegleiterin, sondern auch als eine ver- mit ihm und das offene Gespräch halfen mir, ihn immer
trauensvolle Bezugsperson etabliert, die ihre Arbeit als besser zu verstehen und auf seine Bedürfnisse einzuge-
hen. Die Zusammenarbeit mit der Klassenlehrerin war da-
bei ebenfalls sehr hilfreich und sie sagte, dass sie sich
sehr darüber freute, wie gut der Schüler sich in den Schul-
alltag einfügte, trotz des Fehlens seiner festen Begleiterin.
Die Übernahme einer Vertretung ist immer eine Heraus-
forderung, doch sie kann auch eine sehr bereichernde
Erfahrung sein, die einen wachsen lässt – vor allem dann,
wenn eine Kollegin mit viel Weitblick und Herz eine solch
gute Übergabe vorbereitet. Ich bin dankbar, dass ich die
Gelegenheit hatte, diese Vertretung zu übernehmen. Sie
hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, als Team
zusammenzuarbeiten, um den Kindern auch in schwieri-
gen Zeiten den bestmöglichen Rückhalt zu geben.
Vanessa Fülle, Schulbegleiterin
Tintenfisch Winter 2025 25

