Page 10 - Kundenzeitung
P. 10

H
                                                                          U
                                                                                       AU
                                                                                                   S
                                                                                                        E
                                                                     ZUHAUSE
                                                                     Z
                                                                           DE
                                                                     IN DER STIFTUNG
                                                                     I
                                                                       N
                                                                                                 T
                                                                                              F
                                                                                                       NG
                                                                                                   U
                                                                                      S
                                                                                  R
                                                                                             I
                                                                                          T











                arl-Heinz Kalweit allen bekannt   Schweine und Hühner, die versorgt   Kalweit große Talente und entwi-
                als „Charlie“ blickt auf ein lan-  werden mussten. Jeder der „Sonnen-  ckelt eine erstaunliche Fantasie.
          Kges Leben in der Stiftung Fin-      hofbewohner“ hatte im Tagesablauf   Aus den einfachsten Alltagsmate-
           neck, im Mühltal Rastenberg zurück.   seine Aufgabe.                    rialien gelingt es ihm, die tollsten
           Die Stiftung ist „sein Zu-                                              Sachen zu bauen. Viel Freude be-
           hause“ ein Ort, der für                        Der Morgen begann mit    reitet ihm das Verschenken seiner
                                                          einem Tischgebet und
           ihn Heimat bedeutet. Am                        einem Tischgebet und     „Werke“ an Freunde und Mitarbei-
                                                          einem
           16.04.1973 als 17-jähriger                     einem    gemeinsamen     ter. In den letzten Jahren besuchte
                                                                   gemeinsamen
           Jüngling und nach einer                        Frühstück im Männer      er aktiv das Kunsthaus der Stiftung
                                                          Speisesaal. Damit alle
           langen Reise durch Kin-                        Speisesaal. Damit alle   in Buttstädt und nahm vielfältige
           der- und Jugendheime                           pünktlich  zur   Mahl-   kreative Angebote war. Stolz darauf
           der DDR wurde er mit                           zeit kamen, erklang ein   ist er, dass einige seiner Werke aus-
                                                          zeit kamen, erklang ein
           dem Auto nach Rasten-                          akustisches Signal mit   gestellt wurden und sogar Platz in
                                                          akustisches Signal mit
           berg gebracht. Nie hätte                       Hilfe einer Metalltrian-  einem Buch fanden.
           er gedacht, dass er so-                        gel. Fernseher gab es im
                                                          gel. Fernseher gab es im
           lange bleiben würde.                           Wohnheim nur einen.      Im Gespräch schweifen seine Gedan-
                                                          Wohnheim nur einen.
                                               Man saß abends beisammen im         ken immer wieder zurück an die „al-
           Ein Zimmer gab es für ihn im ehe-   Fernsehraum.                        ten Zeiten“. Viele seiner Mitbewoh-
           malige Sonnenhof, welcher im Jahr                                       ner  sind schon  gegangen.  Er zählt
           1924 gegründet und eine Einrichtung   Später arbeitete er bei den Handwer-  Namen auf und nickt – „im Alter ver-
           ausschließlich für Männer mit einer   kern. Hier sah seine Beschäftigung   liert man alles“. Seine Wünsche für
           Behinderung war, die hier lebten und   noch einmal ganz anders aus. Er   die  Zukunft  sind  bescheiden.  Gern
           arbeiteten. Ihre Aufgabe war vorran-  half mit, Dinge zu reparieren und die   hätte er jemanden, der mit ihm bas-
           gig die Land- und Viehwirtschaft. Die   Aufgaben waren  vielfältig. „Schnee   telt oder mit ihm zusammen eine
           Endprodukte wurden für die Ernäh-   schieben im Winter machte man       Vogelvoliere betreut.
           rung der Kinder- und Jugendlichen   noch mit der Hand und einem dafür
           in den Wohnheimen eingesetzt. Herr   eigens hergestellten Schneepflug“.  Vielleicht hat jemand Interesse –
           Kalweit arbeitete gern im Freien und   Seine große Leidenschaft ist das   „Charlie“ würde sich freuen!
           erinnert sich an die Pferde, Kühe,   Basteln und Bauen. Hier zeigt Herr



           10  Tintenfisch  Sommer 2025
   5   6   7   8   9   10   11   12   13   14   15