Page 11 - Kundenzeitung
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H I E R B I N I C H G E N A U R I C H T I G !
HIER BIN ICH GENAU RICHTIG!
Andreas Höhne und seine Arbeit im Inklusionsbetrieb
„Meine Möbelmacher“
ndreas Höhne ist ein Mann, der anpackt. Er mag Kunde eine Sonderanfertigung bestellt, ist das Team be-
es, wenn aus einzelnen Holzteilen etwas Ganzes sonders gefragt.
Aentsteht – eine Schublade, ein Schrank, ein maß-
gefertigtes Möbelstück. Mit ruhiger Hand setzt er die Be- Seit er bei „Meine Möbelmacher“ arbeitet, hat sich für
schläge an, prüft den Sitz, nickt zufrieden. Seit der Grün- den 27-jährigen einiges verändert. „Ich spüre weniger
dung des Inklusionsbetriebs „Meine Möbelmacher“ im Druck, wenn ich auf Arbeit gehe, weil mir die Arbeit Spaß
Jahr 2022 ist er fester Bestandteil des Teams – und könnte macht.“ Er fühlt sich im Team wohl, hat seinen festen
sich keinen besseren Arbeitsplatz vorstellen. Platz gefunden. Besonders in Erinnerung geblieben ist
ihm ein gemeinsamer Ausflug zur Messe „Holz-Hand-
Sein Weg in die Tischlerei begann mit einer Teilqualifi- werk“ in Nürnberg. „Da war ich früher auch regelmäßig.
kation zum Fachpraktiker für Holzverarbeitung, die er in Es war schön, das mit meinen Kollegen zu erleben.“
Bayern absolvierte. Doch der Wunsch, wieder näher bei
seiner Familie in Erfurt zu sein, brachte ihn zurück nach Seine Familie stand dem Wechsel aus der Werkstatt zu-
Thüringen. Über die Rehawerkstatt in Sömmerda kam er nächst mit gemischten Gefühlen gegenüber. Sie waren
in den Holzbereich der Hauptwerkstatt. Dort verfolgte er unsicher, ob dieser Schritt der richtige für ihn war. Doch
mit Interesse, wie die Idee einer inklusiven Möbeltisch- letztlich unterstützten sie ihn wo immer es ging. Inzwi-
lerei immer mehr Gestalt annahm. Als sich schließlich die schen lebt Andreas in Sömmerda in einer eigenen Woh-
Möglichkeit ergab, in das neu gegründete Unternehmen nung und fährt täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit.
zu wechseln, musste er nicht lange überlegen.
Für die Zukunft wünscht er sich, dass „Meine Möbelma-
Heute ist Andreas ein echter Allrounder. Am liebsten ar- cher“ sich weiter auf dem Markt behauptet. „Ein paar
beitet er in der Endmontage, setzt Schubladen zusam- Maschinen könnten mal erneuert werden“, meint er
men, montiert Schränke, kennt sich mit verschiedenen schmunzelnd. Ein kleines Plus beim Gehalt wäre auch
Beschlagtechniken aus. „Schublade ist nicht gleich Schub- nicht schlecht. Und er weiß: Solche inklusiven Betriebe
lade“, sagt er und grinst. „Da gibt’s richtig Unterschiede sind wichtig. „Aber jeder muss selbst entscheiden, ob er
– bei den Beschlägen, manchmal auch mit Glaseinsätzen. sich das zutraut. Ich bin froh, dass ich mich dafür ent-
Das macht die Arbeit abwechslungsreich.“ Und wenn ein schieden habe – für mich ist es genau das Richtige.“
Tintenfisch Sommer 2025 11

