Page 12 - Kundenzeitung
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WENN DIE GLOCKE RUFT
Gemeinsame Gottesdienste im Mühltal
J eden letzten Mittwoch im Monat schallt um 16.40 Abendmahls. Jeweils 2 Klienten dürfen die beson-
dere Aufgabe des Austeilens von Brot und Weintrau-
Uhr der Ruf der kleinen Glocke hinter dem Haupt-
haus durch das Mühltal. Spätestens dann wissen ben übernehmen. Das wichtigste Gebet, das „Vater
alle Bewohner: Heute ist wieder Gottesdienst. unser“, wird vorher gemeinsam mit Gebärden unter-
stützt gebetet.
Die Bewohner aus der Wohngruppe 5 aus dem Haus Für alle Interessierten gibt es zum Schluss noch einen
Miriam nehmen „ihren“ Glockendienst sehr ernst. ganz persönlichen Segen von Pfarrerin Anika Scheine-
Nach wenigen Minuten merken sie es auch in den mann mit auf den Weg. Dieses Ritual wird immer sehr
Armen, dass es ganz schön anstrengend ist, fünf Mi- positiv und rege angenommen.
nuten die Glocke zu läuten, um alle zum Gottesdienst Dass die Klienten das Gottedienstangebot sehr gerne
zu rufen. annehmen, merkt Susanne Barth immer daran, dass
die Kinder nach 2 Wochen fragen: Wann ist eigentlich
Zumeist sind es Bewohner aus dem Haus Miriam und der nächste Gottesdienst?
dem Haus Elim, die den Gottesdienst besuchen, ge-
legentlich auch aus den Häusern Noah, Jakob, Fran- Einen besonderen Gottesdienst haben wir im April
ziskushaus und Ahornweg. gefeiert. Fünf junge Bewohner aus den Häusern Miri-
Während eine kleinere Gruppe von Stammbesuchern am, Franziskushaus und Ahornweg haben sich taufen
aus dem Haus Elim auch allein zum Gottesdienst lassen. Im Andachtssaal des Rastenberger Mühltals
kommt, werden die anderen Klienten meist von ihren haben sich die Bewohner entschlossen, Gottes Ein-
Betreuern begleitet und tatkräftig unterstützt. ladung anzunehmen und in ihrem Glauben zu wach-
Regelmäßig kommen etwa 40 Bewohner und Mitar- sen. Begleitet von ihren Paten haben sie einen bewe-
beiter zusammen, um gemeinsam mit Pfarrerin Anika genden Taufgottesdienst erlebt.
Scheinemann und Susanne Barth zu singen, zu beten
und Geschichten von Gott zu hören. Viele Bewohner Neue Ideen und Anregungen für ihre Arbeit findet Su-
bringen dabei stolz ihr Wissen ein, welches sie u.a. sanne Barth auf dem jährlichen Impulstag der Dia-
aus dem Religionsunterricht der Schule mitbringen. konie Mitteldeutschland, welcher immer im Septem-
ber an wechselnden Orten in Sachsen-Anhalt oder
Während Pfarrerin Anika Scheinemann für die inhaltli- Thüringen stattfindet. „Ein toller Weiterbildungstag
che Gestaltung verantwortlich ist und die Geschichten mit viel Musik, netten Begegnungen und Gesprächen
aus der Bibel mit Aktionen für die Bewohner erlebbar mit Gleichgesinnten, kreativen Ideen, inspirierenden
werden lässt, kümmert sich Susanne Barth mit ihrer Workshops und einem sehr bewegenden Impulsre-
Gitarre um die musikalische Begleitung im Gottes- ferat“, schwärmt sie und möchte auch Andere dazu
dienst, die Visualisierung von Liedtexten und Psal- einladen, sich diesen „Auszeittag“ zu gönnen.
men. In Zusammenarbeit mit ihren freiwilligen Hel- Es ist eine Inspiration speziell für Mitarbeiter in di-
fern koordiniert sie die Verteilung der Aufgaben, wie akonischen Einrichtungen und das spürt man ganz
Liedzettel austeilen und Stühle rücken, vor, während deutlich. Dieses Jahr findet er am 11. September 2025
und nach dem Gottesdienst. in Ilmenau statt. Nähere Informationen dazu gibt es
im Sekretariat bei Frau Stichling.
Ein wichtiger Bestandteil und Höhepunkt des Got-
tesdienstes ist für alle das gemeinsame Feiern des Susanne Barth, Dipl. Sozialpädagogin im Haus Miriam
Tintenfisch Sommer 2025
12 12 Tintenfi sch Sommer 2025

